Urs Scheib Urs Scheib

Sommerradtour der Bürger für Biblis

Die erste Sommerradtour der Bürger für Biblis, war ein gelungener Start.

Am 22. August fand die erste Sommerradtour der Bürger für Biblis statt.

An 5 Stationen rund um Biblis, konnten wir aus unserer Arbeit berichten, Perspektiven für die Zukunft vorstellen und mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen.

 Trotz durchwachsenen Wetters hatten sich einige Besucher an unserem Startpunkt eingefunden und wir konnten pünktlich um 15 Uhr am Rübgarten, hinter dem Bahnhof starten.

 

Das erste Thema war die Situation rund um den hinteren Teil des Bahnhofs in Biblis im Ist-Zustand und perspektivisch.

Mit der Insolvenz der Traumhaus AG war auch die städtebauliche Entwicklung am Rübgarten ins Stocken geraten, soll aber durch den Einstieg der Weißhorn-Gruppe nun wieder starten. Hier ist der städtebauliche Vertrat als letzter Schritt laut Info der Verwaltung in den finalen Zügen und das Projekt soll nach diesen Vorgaben innerhalb von vier Jahren zum Abschluss gebracht werden.

In dem zu entwickelnden Areal hat auch die Gemeinde selbst noch zwei Flächen vorgehalten, die einer Entwicklung zugeführt werden können.

Die größere von Beiden, direkt an den vorhandenen Parkplätzen und dem ÖPNV, könnte perspektivisch etwa als Ärztehaus etwa auch mit Bäckerei im Erdgeschoss, ausgebaut werden.

 Noch wichtiger, ist uns aber, dass in diesem Zuge auch die Betrachtung des Park&Ride Areals nicht zu kurz kommt. Bis zu 40 mehr verfügbare Parkplätze, eine Wendemöglichkeit für Busse, und hochwertigere Infrastruktur für Pendler mit Rad sollen das bisherige Angebot erweitern – die Planung dazu muss noch in diesem Jahr gestartet werden, die Mittel stehen bereit.

Das schafft nicht nur mehr Qualität vor Ort, sondern kann auch Nebenstraßen entlasten, die derzeit häufig als Parkalternativen genutzt werden.

Auch der derzeitige Zustand der Bushaltestelle, die regelmäßig durch Vandalismus beschädigt wird, die nicht ausreichende Beleuchtung der Haltestelle und die allgemeine Situation des Bahnhofs selbst waren Thema.Verkompliziert werden Lösungsansätze hier durch die unterschiedlichen Zuständigkeiten im Bahnhofsbereich, die sich Gemeinde und DB teilen.

Dennoch werden die Bürger für Biblis sich dafür einsetzen, dass die oben genannten Punkte und die allgemeine Situation des Bahnhofsumfeldes angegangen und verbessert werden.

 

Unser zweiter Halt, bei nun aufgehelltem Wetter, war der Goethe-Platz – ehemalig Friedhofserweiterungsgelände.

Derzeit sind dort noch Geflüchtete untergebracht, aber es ist dennoch wichtig, eine perspektivische Betrachtung rechtzeitig vorzunehmen und einen städtebaulichen Grundgedanken zu formulieren.

Für uns ist klar, dass die Fläche nicht nur dazu dienen kann, mit absolutem Höchstpreis verkauft zu werden, sondern dass etwas entsteht, dass nicht nur dem Bedarf in Biblis begegnet, sondern auch zu uns passt.

Bezahlbarer Wohnraum, sozialer Wohnraum und ein verträgliches Bebauungskonzept sind Dinge, für die wir uns einsetzen werden.

Der dritte Halt war in der Bahnhofstraße 21, ehemals Lösch-Gebäude. Die Liegenschaft wurde vor einigen Jahren im Zuge des Stadtumbaus von der Gemeinde gekauft und sollte gemeinsam mit dem Nachbargebäude zügig wieder verkauft und einer Entwicklung zugeführt werden. Dazu ist es aber nicht gekommen und das Gebäude steht seitdem leer.

Es ist symbolisch für viele Liegenschaften der Gemeinde, die durch jahrzehntelangen Investitionsstau nicht, oder nichtmehr in vollem Umfang genutzt werden können.

Als Gemeindevertretung stehen wir vor der Entscheidung, wie mit solchen Immobilien umgegangen werden soll – von Sanierung bis Verkauf, steht zunächst alles im Raum.

Mit uns wird es allerdings kein blindes Abstoßen geben. Wir fordern noch immer die ausstehende ganzheitliche Betrachtung der gemeindeeigenen Liegenschaften, auf deren Basis Entscheidungen getroffen werden können. Einige werden leichter fallen, andere müssen allerdings tiefergehend betrachtet werden. Nicht nur die Liegenschaft in ihrem derzeitigen Zustand, sondern auch das zugehörige Grundstück und potentielle Nutzungen desselbigen müssen hier betrachtet und in einer Entscheidung abgewogen werden.

Eine Aufgabe, die wir nicht auf die leichte Schulter nehmen und bei der wir auch eine angemessene Ernsthaftigkeit und kreative Ansätze im politischen Diskurs und auch seitens der Verwaltung erwarten.

 

Unser nächster Stopp war am neuen Marktplatz, an der Hochschildstraße 8.

Nach einer kurzen Einführung in die Historie des Gebäudes, haben wir die aktuelle politische Diskussion um das Gebäude naher betrachtet.

Eigentlich war das Gebäude in vielen Köpfen schon mehrfach abgerissen, um etwas Neuem zu weichen. In den letzten Jahren wurde seitens der Verwaltung aber einige Mühe investiert, um diesen Gedanken etwas zu verändern. Neben der Freilegung der Fassade und sichernden Arbeiten wurde auch ein Gutachten für eine einfache Sanierung erstellt, die jedoch mit einem fast siebenstelligen Betrag beziffert wurde.

Noch im März wurde eine solche Sanierung politisch abgelehnt, stand heute wurde uns seitens der Verwaltung mitgeteilt, dass man Ausarbeitungen in Auftrag geben würde, um dieses Thema doch voranzutreiben.

Überraschend, aber von unserer Seite nicht unwillkommen. Allerdings stehen viele grundlegende Entscheidungen noch im Raum und die Gefahr besteht, dass man sich hier selbst überholt, daher hoffen wir, dass die Betrachtung nochmal ordentlich in durch die Gremien geführt wird und die Bereitschaft besteht, das Projekt nüchtern und von verschiedenen Seiten zu betrachten.

Wir sind uns sicher, dass hier ein Mehrwert für die Gemeinschaft entstehen kann, aber auch nur, wenn diese entsprechend eingebunden wird.

 

Unser fünfter und letzter Halt war in der Pfaffenaue Biblis, wo in nächster Zeit einiges ansteht.

Gleich zu Beginn wurde die Anbindung selbst angesprochen und unsere Sorge auch durch die anwesenden Bürgerinnen und Bürger bestätigt. Die Pfaffenaue soll zu einem Sportkompetenzzentrum ausgebaut werden, ein Skatepark wird gebaut und nun kommt auch eine Calisthenics-Anlage dazu, vielleicht entsteht sogar eine neue Mehrzweckhalle neben der Pfaffenauhalle.

Das mit wichtigste ist jedoch auch, dass die Nutzenden nicht nur mit dem Auto sicher ankommen können. Gerade auf dem Fahrrad oder auch Roller ist die Anbindung bestenfalls ungünstig. Bedingt durch den engen Gehweg und die enge Straße ohne Platz für ausreichende Radinfrastruktur, kommt es gerade im Winter zu vermeidbaren Gefahrensituationen.

Eine Prüfung der Radanbindung der Pfaffenaue mit hinreichender Beleuchtung und ausreichend breiten Wegen muss dringend betrachtet werden – die Mittel stehen bereit.

Zur Pfaffenau selbst wurde ein Förderantrag über 6 Millionen Euro gestellt, um das Stadion zu modernisieren – zugesagt wurden Mittel von 250T Euro.

Eine Ertüchtigung des Kunstraßenplatzes, ein weiterer Trainingsplatz, Flutlichter und die Modernisierung der Gebäude sind geplant. Die Finanzierung muss noch geklärt werden und auch abbildbar sein. Eine Herausforderung, aber nicht unmöglich.

Die in die Jahre gekommene Riedhalle soll saniert oder abgerissen werden. Die nötigen Informationen für eine Entscheidung werden derzeit noch ausgearbeitet, aber es besteht soweit Einigkeit, dass sie nicht Ersatzlos abgerissen werden soll.

Einen Ersatzbau sehen wir etwa neben der Pfaffenauhalle, die ebenfalls saniert werden müsste und in diesem Zuge auch Synergien zwischen den Beiden Gebäuden geschaffen werden könnten. Wir erwaten die Ausarbeitungen der Verwaltung als Grundlage für die Entscheidung, damit auch hier ein Schritt nach Vorne getan werden kann.

 Als Abschluss der Radtour konnten wir den Abend bei einem kleinen Umtrunk ausklingen lassen und freuten uns, dass er gut angenommen und nochmal Platz für interessante Gespräche bieten konnte.

 

Alles in Allem war unserer erste Tour ein gelungener Start und wir freuen uns, in den nächsten Jahren auf den gemachten Erfahrungen aufzubauen und mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Weiterlesen